Kleiderformen

In diesem Blog-Beitrag möchte ich Euch ein wenig über die Geschichte und Entstehung der wichtigsten Kleiderformen und den maßgeblichen Designer dahinter, denen wir diese zu verdanken haben, erzählen. 

 

Weiter schaue ich genauer, welche Kleiderform zum jeweiligen Figurentyp am besten passt, was Euch bei der zukünftigen Kleiderauswahl helfen sollte, wirklich nur Kleider zu kaufen, die zu Euch und Eurem Figurentyp passen und das Schöne an jedem von Euch betonen und verstärken können. 

 

 

Kleiderformen:

(1)    A-Linie Kleid

(2)    Fit und flare Kleid

(3)    Sack Kleid

(4)    Trapezkleid

(5)    Babydoll Kleid

(6)    Etuikleid

(7)    Shift Kleid

(8)    Hemdblusenkleid

(9)    Wickelkleid

Einführung Modegeschichte

Das 20. Jahrhundert war sehr reich an Veränderungen in der Frauenmode und der Entstehung neuer Kleiderformen, was natürlich von den damaligen Veränderungen in der Gesellschaft gefördert wurde.

Viele Deseigner haben damals revolutionäre Schnitte entworfen oder haben Kleiderformen von vergangenen Epochen und Stilen neu interpretiert. Dabei waren sie nicht immer untereinander einig und haben sogar die Entwürfe voneinander kritisiert, oft aber viele Silhouetten zeitgemäß überarbeitet.

So hat beispielsweise Coco Chanel, die unter anderem Männermode für Frauen adaptiert hat, Christian Dior kritisiert. Sie wollte Frauen von Korsetten befreien und Ihnen die Möglichkeit geben, sich frei zu bewegen. Er dagegen wollte mit seinen „New Look“ an die „Belle Epoque“ erinnern: lange Röcke, schlanke Taille und schöne Stoffe, die seine Mutter am Anfang der 1900er Jahre getragen hatte. Auch im Gegensatz zum „New Look“ von Dior ist „the sack silhouette“ entstanden, die von Cristobal Balenciaga und Hubert de Givenchy eingeführt wurde und uns den Blick von der gegenüberliegenden Seite auf die Frauenweiblichkeit eröffnete.  

 

Der legendäre „New Look“ von Dior war auf drei Silhouetten basiert. Der Erste mit der „Wespe Taille“ und weit ausgestelltem Rock mit Krinoline, die zwei weiteren Silhouetten sind "gerade" und "oval" – Sie sind heutzutage als A-Linie Kleid, Etuikleid und Ballonrock bekannt.

Alle Modelle wurden in diesen strikt definierten Formen geschaffen. Das Konzept der „Wespe Taille“ hat eine subtile Hüfte und zerbrechliche Schultern vorausgesetzt. Diese Silhouetten wurden nach dem Krieg neu erfunden und deren Hauptzweck war es, die Rückkehr von Weiblichkeit und Eleganz in der Welt der Damenmode zu erwirken.

 

Die Stilrichtung „New Look“ wurde neben Christian Dior auch von anderen berühmten Designern der damaligen Zeit implementiert und verwendet. Unter Ihnen waren Hubert de Givenchy, Pierre Cardin, Jeanne Lanvin, Nina Richie und andere.



Kleiderformen

(1)   A-Linie Kleid

Darunter versteht man ein allgemeines Kriterium von Kleidern, die dem Umriss des Buchstaben "A" ähneln. Zum Beispiel können es Kleiderformen sein, die nach unten von der Taille oder von oben von der Brust sich gleichmäßig nach unten erweitern. Diese Stilrichtung geht in der Modewelt auf Christian Dior zurück, der im Jahr 1955 die Frühlingskollektion namens "Blütenkelch-Linie" präsentiert hat.

Der Name oder die Bezeichnung „A-Line“ wurde jedoch nicht Dior erfunden, sondern von einer amerikanischen Journalistin und Redakteurin von «Harper’s Bazaar», die diese Bezeichnung in der „Carmel Snow“ in ihrer Rezension für die erste Kollektion von Christian Dior Haus erstmals erwähnt bzw. verwendet hat. Seitdem nennt die ganze Welt diese Kleider „A-Linie“.

Christian Dior hat damals mit seiner Kollektion den Nerv seiner Zeit getroffen – Pariserinnen, die von den Zwängen und Armut nach der Kriegszeit müde waren, waren von der Kollektion begeistert.

Nach Zeiten der kurzen Röcke und sportlicher Kleidung hat Dior damit wieder feminine Kleider mit Korsette und üppigen, langen Röcken eingeführt, die viel Stoff benötigen, was in Zeiten von knappen Ressourcen in der Nachkriegszeit, wo Stoff und vieles andere Mangelware war, provokativ war.

Coco Chanel hat Ihn daraufhin beschuldigt, dass er die Körper von Frauen wieder in enge Formen zwinge und Cristobal Balenciaga hat Ihn wegen seiner Art und Weise von der Stoffbearbeitung kritisiert – und das als "schrecklichen" Missbrauch des Stoffes bezeichnet.

Aber die Frauen, wie bereits gesagt, haben Diors Kollektion mit Begeisterung angenommen. Sie hat die Frauen in der schwierigen Nachkriegszeit daran erinnert und motiviert, dass sie wieder feminin, elegant und raffiniert gekleidet sein dürfen.

Heutzutage ist das „A-Linien Kleid“ für den Alltag durch die betonte Taille, ausgestelltem Rock und einer Kleiderlänge unter dem Knie gekennzeichnet und muss natürlich kein Korsette und Krinoline haben. 


Für welchen Figurentyp passt das A-Linien Kleid?

Das A-Linien Kleid ist ein idealer Proportionsgehilfe, weil es immer die Taille betont, auch wenn diese nicht ausgeprägt ist. Das Kleid kann daher, je nach Figurentyp, die Hüfte ein- oder ausblenden.

Am besten geeignet ist dieser Kleidertyp für den X-Typ, steht aber auch dem H-Typ sehr gut - der Kleidertyp deutet dann die Taille an und zaubert die Hüfte herbei. Steht Y-Typ auch, weil schafft Balance zwischen Schultern und Hüften.

Der A-Typ muss auf alle Fälle darauf achten, dass das Kleid entweder kurz über die Knie geht oder bodenlang ist. Das ist auch sehr empfehlenswert für O-Typ 2 (mit großen Busen) wobei dann das Kleid aber kurz sein muss, damit die Beine entsprechend betont werden.

 

 

Die zweite Version vom A-Linien Kleid von Christian Dior ist eine Adaption des Trapezkleides von Cristobal Balenciaga. Dieses Kleid ist eng an der Brust und erweitert sich dann gleichmäßig nach unten. Der untere Teil kann weich sein oder die Form dank üppigem Unterrock halten. Auf dem Laufsteg wurde die A-Silhouette bereits nach dem Tod von Christian Dior präsentiert.

 

 Für welchen Figurentyp passt das Kleid?

Ist am besten für H-, X- und A-Typen geeignet. In längerer Variante auch für Y-Typ geeignet, weil dann der schmalere Unterteil verdeckt und ins Gleichgewicht mit dem Oberkörper gebracht wird.


(2)   Fit und flare Kleid

Diese Kleiderform ist die leichtere und bequemere Form vom A-Linien Kleid – enger Oberteil, mit horizontaler Taillennaht (Taillentrennung), ausgestelltem Rockteil und Länge über oder knapp unter dem Knie. Diese Kleiderform ist bestens für unsere Zeit adaptiert und ist somit eine der beliebtesten Kleiderformen heutzutage.


Für welchen Figurentyp passt Fit und Flare Kleid?

Weil das Fit und Flare Kleid eine einfachere Version vom A-Linien Kleid ist, gelten hier auch gleiche Empfehlungen: Besonders gut steht das Kleid dem X-Typ, H-Typ, A-Typ und O-Typ 2.


(3)   Sack Kleid

Der Schnitt vom Sack Kleid wurde von Cristobal Balenciaga und Hubert de Givenchy in den 50er Jahren als Reaktion auf «zu» feminine Kollektionen von Christian Dior entworfen. In Frankreich wurde auf das Sack Kleid am Anfang sehr vorsichtig reagiert – es war schwierig zu verstehen was es für Silhouette ist, die alle Linien des weiblichen Körpers versteckt. Doch nach und nach stellte sich heraus, dass „weniger mehr ist“ und ein kunstvoll drapiertes Säckchen genauso verlockend sein kann wie sorgfältig umrissene Konturen.

Das Sack Kleid wickelt sich um die Schultern und Rücken, bildet den breitesten Teil an Taille und Hüfte (so macht sie einteilig) und verengt sich dann nach unten. Der enge Saum ist damit der wichtigste Teil dieses Kleidermodells.

Dieser Schnitt ist noch immer in der Modewelt aktuell, obwohl in der heutigen Zeit vom Schnitt her weniger extrem als Sack betont und eher in kürzerer Version getragen, als dies in der 50er Jahren der Fall war. Was heutzutage von diesem Kleidertyp sehr gefragt ist – Mäntel, sowohl kurz als auch lang.

Für welchen Figurentyp passt das Sack Kleid?

Passt fast für jeden Figurentyp, weil Busen und Hüften verborgen werden und gleichzeitig die Weiblichkeit und Zärtlichkeit betont wird. 


(4)   Trapezkleid

Dieses Kleid hat seinen Namen wegen der offensichtlichen Ähnlichkeit mit der geometrischen Form Trapez. Es ist oben im Schulterbereich schmal und dann bis zum Saum hin stark erweitert.

Aktuelle Modelle können mit Ärmeln und Krägen ergänzt werden und deswegen gibt es diese Kleiderform in einer riesigen Anzahl von Variationen. Längere und weitere Trapez Kleider werden auch Zelt-Kleider (tent dress) genannt. Dieser Kleidertyp ist besonders bei schwangeren Frauen beliebt.


Für welchen Figurentyp passt das Trapezkleid?

Trapezkleid passt, wie auch das Sack Kleid, praktisch zu jedem Figurentyp. O-Typen sollen aber kürzere  Varianten wählen, um ihre Beine zu betonen.


(5)   Babydoll Kleid

Das Babydoll Kleid ist eine transformierte Form von Trapez Kleid. Diese Kleiderform wurde populär in den späten 50er Jahren dank dem Film “Baby doll” mit Carroll Baker in der Hauptrolle im Jahr 1956.

Bei dieser Kleiderform ist Weiblichkeit und Kindlichkeit gemixt. Es ist ein mini Kleid, kann mit kurzen Ärmeln oder ohne sein, mit hoher Taille und muss sehr weit geschnitten sein. Diese Kleider sind oft aus einem leichten Stoff genäht und fast immer mit Spitze geschmückt. Idealerweise sollte der Rock üppig sein, verziert mit Rüschen und Schnörkel. Diese Kleiderform ist auf Frauen Unterwäsche -  peignoir - basiert. 

Für welchen Figurentyp passt das bYBYDOLL kleid?

Passt subtilen, zärtlichen jungen Frauen. Wichtige Voraussetzungen – nicht zu großer Busen und schlanke Beine.

(6)   Etuikleid

Das Etuikleid (engl. sheath dress) ist eng, figurbetont, hat keine horizontale Taillennaht (Taillentrennung), traditionell ärmellos (aber nicht unbedingt) und mit einem Reißverschluss auf der Rückseite. Der Ausschnitt ist rund oder oval, aber für den Abend ist auch die quadratische Variante erlaubt. In der traditionellen Version hat es eine Länge bis zum Knie.

Heute ist diese Silhouette der Klassiker für Business-und Cocktailkleider.


Für welchen Figurentyp passt Etuikleid?

Steht sehr gut Frauen mit X-Figurentyp.

Auch für den Y-Typ geeignet, allerdings sollte dieser eine Variante mit langen Ärmeln wählen, um die breiten Schultern zu kaschieren. Am besten sollte das Kleid dann noch einen leichten „Uniformtouch“ haben, womit der Y-Typ im Etuikleid hinreißend aussieht.

Etuikleid (engl. sheath dress) verwechselt man oft wegen Benennung auf Englisch mit Shift Keid (engl. shift dress), welches nachfolgend beschrieben wird.


(7)   Shift Kleid

Der Begriff «Shift» bedeutet im engl. ja Verschiebung und in der Modewelt war „shift“ dann auch ein bewusster Schritt weg von Bekanntem hin zu Neuem, wofür das Kleid diesen etwas ungewöhnlichen Namen erhielt. Das Shift-Kleid ist oft auf Modebilder der 60er Jahre zu sehen und in solchen Kleidern hat beispielsweise Twiggy für Modefotografen posiert.

Die amerikanische Jugendkultur war damals auf ihrem Höhepunkt und hat in vollem Umfang den Jugend-, Freiheit- und revolutionären Geist der Zeit wiedergespiegelt. Ein Teil der Shift Kleid Popularität in den 1960er Jahren, vor allem in den USA, war von Lilly Pulitzer geprägt.

Jackie O ist die wohl berühmteste Trägerin von Shift Keidern aber auch Audrey Hepburn und Mia Farrow wurden alle häufig in diesem Kleiderstil gesehen.

Das Shift-Kleid ist ursprünglich kurz, gerade oder trapezförmig, ohne Akzent an der Taille und sitzt lose auf der Figur. Das Kleid ist sehr bequem, praktisch und deswegen auch heute ein beliebtes Kleidungsstück, sowohl für Büro als auch für Feiern.


Für welchen Figurentyp passt das Schift Kleid?

Diese Kleiderform ist einfach ideal für Y-, O- und H-Typen und kann in kurzer Version getragen werden. In längerer Version steht das Kleid auch dem A-Typ sehr gut.


(8)   Hemdblusenkleid

Hemdblusenkleid (engl. shirtwaist dress)

Bei dieser Kleiderform handelt es sich um eine ungewöhnliche Kombination zwischen Männer- und Frauenmode. Wie der Name schon sagt, ist dieses Modell ein langes Hemdblusenkleid mit Gürtel. So ein Kleid kann auch einteilig sein und die Taille wird dann mit Gürtel betont oder es hat eine Taillentrennung wo dann der Rock in unterschiedlichen Formen sein kann.

Das Hemdblusenkleid wurde im Jahr 1916 von Coco Chanel entworfen, die generell viele sportliche und männliche Elemente in die Frauenmode gebracht hat. Yve Saint Laurent hat in den 60er Jahren dieses Kleidermodell verbessert und weiterentwickelt – er hat das Modell von Hemdblusenkleid hervorgebracht, dessen Kennzeichen breite Schultern, eine enge Taille und ein Must-Have-Accessoire, nämlich einen Ledergürtel, waren.

Allerdings wurde diese revolutionäre Idee erst in 60er Jahren geschätzt. Christian Dior, Cristobal Balenciaga, Madeleine Vionnet haben in dieser Zeit eigene, originelle Variationen des Hemdblusenkleides kreiert.

Dieses Kleid ist auf jeden Fall sehr komfortabel, bequem, praktisch und passt für fast jeden Figurentyp. Das Hemdblusenkleid ist schon lange im Trend und bleibt eines der wesentlichsten Elemente in jedem Frauenkleiderschrank.


Für welchen Figurentyp passt das Hemdblusenkleid?

Die Silhouette vom Hemdblusenkleid kann unterschiedlich sein und dem A-Linien Kleid, Shift Kleid oder sogar Etuikleid ähneln. Dementsprechend orientiert sich die Wahl für die unterschiedlichen Figurentypen der vorherrschenden Kleiderform, die in diesem Beitrag beschrieben werden.


(9)   Wickelkleid

Das Wickelkleid (engl. wrap dress) ist ein Kleid, das seine Wurzel in der Hausbekleidung hat und bei dem der Schnitt an einen Bademantel erinnert. Das Kleid braucht keine Verschlüsse, weil es durch den Gürtel an den Körper befestigt wird und hat in der Regel einen V-Ausschnitt. Diese Kleiderform verleiht der Trägerin ein Freiheitsgefühl, wickelt sich sanft um die Figur und behindert Bewegungen nicht.

Das Wickelkleid wurde im Jahr 1973 von Diane von Fürstenberg entworfen und erreichte gleich mal einen Kultstatus, so dass es in den 70er Jahren millionenfach verkauft wurde. Das erste Modell hatte Kragen, lange Ärmeln und wurde aus Jersey gemacht.

 In den 80er und 90er Jahren hat das Kleid dann allerdings stark an Popularität eingebüßt bis es 1997 von Designerin nochmal auf dem Markt gebracht wurde, diesmal in unterschiedlichen Variationen: Mit und ohne Ärmeln, mit und ohne Kragen, unterschiedliche Längen und aus unterschiedlichen Stoffen gefertigt.

Heutzutage gehört ein Wickelkleid wieder in jede Frauengarderobe – ist stylisch, bequem und passt fast für jeder Anlass. 

Für welchen Figurentyp passt Wickelkleid?

Es ist vielleicht bequemste Kleiderform, steht aber leider nicht allen Figurentypen – nur für H- und X-Typen es ist ein perfektes und unverzichtbares Kleid. Für H-Typ zaubert es und für X-Typ betont es die Proportionen.

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